Markus Schönholzer

 
The Circus Mc Gurkus
The Circus McGurkus
Zeit zu haben, ist ein Luxus. Kompositionszeit ist noch luxuriöser, weil man damit die Zeit, die man hat, mit einer Tätigkeit ausfüllt, die nur selten Geld generiert, folglich dann wiederum unbedingt Geld verdienen muss, was dazu führt, dass man erst recht keine Zeit mehr hat, das zu machen, was man eigentlich machen wollte, nämlich komponieren. Deshalb gehört Kompositionszeit, zumindest für einen Komponisten, zu den wertvollsten Luxusgütern überhaupt. Und was hat das alles mit „The Circus McGurkus“ zu tun?

Also: In den Räumen des Präsidialdepartements muss so um das Jahr 1997 die Idee des Stadtsommers herangewachsen sein. Diverse Bands und Exponenten der Jazz- und Rockszene sollten mit Geldsegen dazu angeregt werden, Projekte im Rahmen einer von der Stadt organisierten Konzertreihe zu präsentieren. Ich hatte 1998 das Glück zu den ersten Auserwählten zu gehören, die von dieser Kreativspritze profitieren sollten. Bei mir hat sie gewirkt. Schon lange hatte ich nämlich die Idee mit mir herumgetragen, meine kompositorischen Fähigkeiten an einer Formation bestehend aus Banjo und Holzbläsern zu testen. Nur fehlte mir die Zeit. Der finanzielle Impuls aus der Stadtskasse und die folgenden positiven Ergebnisse im musikalischen Labor führten schliesslich zur Gründung der Band „The Circus McGurkus“. Und das war für mich die wohl wichtigste musikalische Tat aller Zeiten. Denn nicht zuletzt deshalb hab ich obendrauf auch noch das Werkjahr der Stadt Zürich erhalten und hab seither das Glück von meiner musikalischen Kreativität zu leben.

Und warum erzähl ich das alles? Nun, ich wollte irgendwo auf meiner Website und am besten anhand eines Beispiels aus eigenem Haus, mit der Mär aufräumen, dass wir Songwriter am Ellbogen ein Drüse haben, die täglich Musik absondert, welche  in sämtlichen Filialen der Migros als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Es ist leider nicht so. Deshalb hängt halt unser kreativer Output zu gutem Masse vom Zahltag ab. Ich jedenfalls bin nach wie vor saufroh, wenn die lieben Leute von Stiftungen, Stadt, Kanton und Staat sich mit guten Ideen in mein Leben einmischen und mir dabei helfen mein Luxusgut herzustellen. Thanks.

Die Band
Thomas Geiger cl
Lukas Heuss bass cl
Herber Kramis bass
Robi Rüdisüli sop sax, Handorgel
Markus Schönholzer
comp, banjo, voc.
Let me die a young man's death.mp3 mp3
Blue Genes.mp3 mp3